Über uns

Schützenverein ist Männersache!?

Diesen Leitsatz werden wohl noch einige unserer Schützenbrüder Anfang der 70er Jahre im Hinterkopf gehabt haben. Doch im Jahr 1972 machte die Emanzipation auch vor der Schützengesellschaft Wesendorf nicht mehr halt. Aus einer Mädchenkompanie, die in diesem Jahr gegründet wurde, formierte sich unter der Leitung von Wilhelm und Hermine Bindig am 26.10.1973 der Mädchenfanfarenzug „Kraniche“ Wesendorf.
Wer Musik machen will, braucht Instrumente. Wer Instrumente haben will, braucht Geld. Wie kommt man an Geld? Durch aggressive Werbung. Zu diesem Zweck greift man ausnahmsweise auf die Männer zurück. Heinz Röseler und Peter Kloppenburg vom Spielmannszug rührten an der (Werbe-)Trommel und stellten gemeinsam mit Hermine Bindig und Kathrin Panther beim Schützenfest 1973 eine erste Fanfarenmelodie vor. Aufgrund dieser erfolgreichen Werbeaktion konnten die ersten Spenden verzeichnet werden, mit denen der erste Satz Instrumente, bestehend aus 16 Fanfaren, 4 Landsknecht-Trommeln und 4 kleinen Trommeln beschafft wurden.

Bis zum Königsfrühstück 1974 wurde die Zeit genutzt und mit Hilfe der „Elche“ aus Vorsfelde, insbesondere dessen damaligen Leiter, Helmut Rothert, die ersten Stücke eingeübt werden. Es war – wie man uns berichtete ein voller Erfolg. Die Autoren müssen sich an dieser Stelle auf andere Quellen verlassen, waren sie selber doch leider nicht bei der Premiere zugegen, da die eine gerade den Windeln entstiegen war und die andere auf den Einstieg in dieselbigen hinarbeitete.

Zu vielen weiteren Veranstaltungen wurden die „Kraniche“ in den folgenden Jahren eingeladen. Eine ganze Reihe großartiger Erfolge bei Wettstreiten auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene konnten die Mädchen mit nach Wesendorf bringen ( Anm. d. Red.: an einigen Erfolgen durften jetzt auch wir mitwirken! )

Im Jubiläumsjahr 1983 war aus der kleinen Anfangsformation ein Zug aus über 60 Mitgliedern geworden. Zu den bundesweiten Auftritten wie in Berlin und auf Helgoland gesellten sich nach und nach auch Einladungen aus dem Ausland, wie z. B. Ungarn, Frankreich und Holland. Aber auch an Veranstaltungen in der näheren Umgebung nahmen wir teil und am Wesendorfer Schützenfest muss man uns selbstverständlich auch nicht vermissen, wo wir u. a. Himmelfahrt jedes Jahr unsere Königin ausschießen.

Nach 20 Jahren nervenaufreibendem Engagement mit überwiegend pubertierenden Teenagern ( es müssen Führerscheine gemacht werden, der Musikladen hat zufällig am Übungsabend auf etc. ) wurden unsere „Eltern“ Bindig ein wenig müde und übergaben das Unternehmen „Kraniche“ mit einem weinenden und einem lachenden Auge in jüngere Hände ( in unsere Hände, denn inzwischen hatten wir Pubertät und Führerschein hinter uns ).

In den ersten 20 Jahren seit Gründung des Fanfarenzuges war viel passiert. Es gab eine Damenkompanie, weibliche Jungschützen und auch der Spielmannszug bestand plötzlich nicht mehr nur aus männlichen Mitgliedern. Nebenbei hat sich auch der wettstreittechnisch notwendige Stammzug der „Kraniche“ 1982 zu einem eigenständigen Musikzug formiert. Es gab also viele Möglichkeiten in Wesendorf Musik zu machen oder auch sonst als Nicht-Mann beim Schützenfest mitzumachen. Die Kraniche blieben von dieser Entwicklung nicht verschont, so dass die Zahl der Mitglieder seit Mitte der 80er Jahre rückläufig war. Als wir dann auch keinen dauerhaften musikalischen Leiter finden konnten, der uns mit den vorhandenen Instrumenten weiterbringen konnte, entschlossen wir uns 1996 zu einem entscheidenden Umbruch. Mit Unterstützung von Axel Bührig und der Schützengesellschaft wurden sowohl sämtliche Instrumente als auch das Repertoire ausgetauscht. Die weißen Falten-Miniröcke und die Kniestrümpfe aus den 70ern hattenschon vorher dran glauben müssen. Es wurden Ventilinstrumente und neue Trommeln angeschafft. Wir begannen, nach Noten zu spielen ( oder auch nach „Zahlen“ 🙂 )

Zum Königsfrühstück 1997 wurden die ersten Ergebnisse präsentiert, ab 1998 nahmen wir nach einjähriger Pause auch wieder an den Schützenfest-Umzügen in Wesendorf teil. Die ersten auswärtigen Auftritte für den neu formierten Zug folgten ebenfalls in dem Jahr. Um die weiblichen Lungen etwas zu entlasten, gaben auch wir uns der Emanzipation hin und haben Männer zugelassen, insbesondere fanden wir mit Thorsten Hildebrandt einen neuen musikalischen Leiter. Die Leitung des Fanfarenzuges gaben wir im Januar 2000 in noch jüngere Hände an Jessica Salge (jetzt Große) als 1. Vorsitzende, die in zwei Amtszeiten Ihre Sache sehr gut meisterte.

Im Jahr 2000 wurde mit Lars Eib der erste Mann „Zugbeste“. Das sorgte für Riesenwirbel in der Schützengesellschaft. Satzung, Geschäftsordnung und Plaketten mußten nachträglich geändert werden.

 

Zum 30jährigen Jubiläum konnten die Kraniche auf mehr als 400 Auftritte zurückblicken, wobei die Anzahl der jährlichen musikalischen Veranstaltungen seit dem Einbruch Mitte der 90er Jahre wieder stetig ansteigend ist.

 

Vom August 2002 bis 2005 Bestand auch eine Übungsgemeinschaft mit den „Isetaler Brassband“ aus Gamsen, die zu vielen gemeinsamen Auftritten geführt hat und aus musikalischer Sicht sehr viel Spaß gemacht hat. Da wir aber nun einiges mehr an Auftritten hatten und ständig nur noch unterwegs waren, sind wir dann einvernehmlich wieder getrennte Wege gegangen.

Im Sommer 2005 wurde die Idee der Rookies von Lars Eib unserem Vorstand und später dem ganzen Zug vorgetragen und im September 2005 umgesetzt. (Mehr unter „Rookies“)
Seit November 2005 steht Lars Eib als 1.Vorsitzender an der Spitze der „Kraniche“.

 

Da wir ja nun schon länger kein Fanfarenzug mehr sind, wurde im Jahr 2007 die neue Bezeichnug: “ HEIDEMUSIKCORPS KRANICHE WESENDORF“ gewählt.

 

Im 35. Jubiläumsjahr konnten wir uns vor Anfragen und Buchungen nicht retten. Meist mehrere Auftritte lagen auf demselben Tag, zur gleichen Zeit oder waren weit voneinander entfernt.

(An dieser Stelle möchten wir uns bei denen Entschuldigen, wo wir nicht spielen konnten.)

 

Die Mitgliederzahl des Stammzuges hat sich nunmehr bei ca. 25 aktiven und 9 passiven „Kranichen“ eingependelt, wobei zur Zeit sich 6 „Rookies“ in der Ausbildung befinden und im nächsten Jahr zu uns stoßen sollen, damit wir im Januar die nächsten Rookies aufnehmen können.

 

Neue Mitglieder (auch Erwachsene) sind uns natürlich jederzeit willkommen!

 

Das Repertoire der „Kraniche“ geht – wir Ihr vielleicht schon bei dem einen oder anderen Auftritt gehört habt – in die moderne Richtung.

 

Natürlich soll die Musik im Mittelpunkt stehen, aber wir unternehmen auch viele Fahrten, führen Aktionen durch und feiern auch feste Feste.
Wenn Ihr Lust bzw. Interesse habt, dann schnuppert doch einfach mal zu einem Übungsabend (Mittwochs von 19:00 – 21:00 Uhr im Schießstand oder Kulturzentrum Wesendorf an der ALTEN HEERSTR.) bei uns rein oder setzt Euch mit Andrea Nehrig, Lars Eib oder Thorsten Hildebrandt in Verbindung.

Die Adressen der Ansprechpartner findet Ihr unter Kontakt.